Oswald Habermann (Haberman)

7.2.1915 – 16.6.1997
geb. in Wien, Österreich gest. in New York, NY, Vereinigte Staaten

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Denkmal „Vertriebene Historiker*innen“ 2022 Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät

Oswald HABERMANN (Oswald Yehoshua HABERMAN), geb. am 7. Februar 1915 in Wien (heimatberechtigt in Rowaruska/Polen [Rawa-Ruska Рава-Руська/Ukraine], Staatsbürgerschaft: Polen), Sohn von Markus Leib Habermann (Vereins-Rabbiner, 1882-1945) und Sima Habermann (geb. Schorr, 1885-1926), wohnte in Wien 9, Meynertgasse 6/9, war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Philosophischen Fakultät im 4. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Geschichte, Orientalistik und Philosophie (Abgangszeugnis vom 27. Mai 1938).

Er wurde im Nationalsozialismus nach dem "Anschluss" aus rassistischen Gründen gezwungen, das Studium abzubrechen und die Universität Wien zu verlassen, wie auch sein älterer Bruder Jakob Habermann (1912-1975), der an der Philosophischen Fakultät Geschichte studierte, und im Dezember 1937 bereits das erste Rigorosum bestanden hatte, jedoch 1938 ebenfalls von der Universität Wien vertrieben wurde ohne sein Studium noch beenden zu können.

Oswald Habermann musste aus Österreich flüchten und konnte rechtzeitig in die Schweiz ausreisen und bei seinem Onkel Alexander Habermann in Zürich unterkommen und dort sein US-Visum abwarten, das er am 7. Juli 1939 in Zürich erhielt. Er konnte dann am 15. Juli 1939 mit der SS Ile de France von Le Havre/Frankreich aus in die USA emigrieren und kam am 21. Juli 1939 in New York City, NY an, wo sein Vater bereits in 1512 Eastern Parkway, Brooklyn, lebte und auch sein Bruder Israel.

Er studierte kurz an der New York University und wurde im Oktober 1940 zur US-Army gemustert. Am 14. Dezember 1944 wurde er US-Staatsbürger und lebte später in 8110 135th str. Apt 605, Jamaica, New York.

Oswald (Yehoshua) Haberman starb am 16. Juni 1997 in New York/USA.

Ehrung

Seit 2009 wird an ihn im "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" erinnert (online).

Seit 2022 findet sich sein Name auch auf dem "Wenn Namen leuchten | Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden der Universität Wien", im ersten Stock des Hauptgebäudes der Universität.

 

Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1937-1938, 399; www.ancestry.de; VHA-Interview mit Bruder Nathan Haberman USA 1998.

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am 12.02.2024 - 21:00

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